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Reflux-Ösophagitis: Los Angeles Klassifikation

Die gastroösophageale Refluxkrankheit mit endoskopisch nachweisbaren Läsionen (Erosionen, Striktur, Barrett-Ösophagus) wird als erosive gastroösophageale Refluxkrankheit (ERD) definiert. Weniger als 50% aller Patienten mit typischen GERD Symptomen haben endoskopisch erkennbare Schleimhautläsionen (1). Die Diagnose einer erosiven Refluxösophagitis wird bei fleckigen, streifigen oder zirkulär konfluierenden Epitheldefekten (Erosionen) der Schleimhaut des distalen Ösophagus gestellt. Nahezu alle Leitlinien zur Diagnose und Therapie der Refluxkrankheit empfehlen, dass die Refluxösophagitis endoskopisch klassifiziert werden soll (2).

Hierfür sollte die Los Angeles-Klassifikation aufgrund der einfachen Handhabung und geringsten interindividuellen Variabilität bei der Beurteilung (3) verwandt werden. Die Deutsche Leitlinie empfiehlt weiterhin, dass während der Endoskopie weitere Befunde (Stenose, Ulkus, Schatzki-Ring, Metaplasien, etc.) sowie das Vorliegen einer Hiatushernie dokumentiert werden sollten, während Erythem, Granulation, undeutlicher Übergang des Schleimhautbereichs von Plattenepithel zu Zylinderepithel, verstärkte Gefäßzeichnung im distalen Ösophagus, Ödem oder Hervorhebung der mukosalen Falten keine verlässlichen Zeichen sind und daher nicht zur Diagnose einer Refluxkrankheit verwendet werden sollten (2).

Das Ausmaß der Refluxösophagitis bedingt eine unterschiedliche Therapie (unabhängig vom Ausmaß der Symptome!) Leichte Refluxösophagitiden (Los Angeles A/B) sollten etwa über 4 Wochen, schwere Refluxösophagitiden (Los Angeles C/D) sollten über 8 Wochen mit einem PPI in Standarddosis behandelt werden.

Leichte Refluxösophagitis – LA Grad A + B

LA Grad A: Eine oder mehrere Erosionen auf Mukosafalte(n) begrenzt und nicht länger als 5mm in der Ausdehnung.

LA Grad B: Eine oder mehrere Erosionen auf Mukosafalte(n) begrenzt und länger als 5mm in der Ausdehnung (Nebenbefundlich lassen sich im linken Bild narbige Veränderungen der Mukosa als Zeichen einer chronisch-rezidivierenden Refluxösophagitis feststellen).

Schwere Refluxösophagitis – LA Grad C + D

LA Grad C: Erosion(en), welche sich über Mukosafalten ausdehnen, jedoch weniger als über 3/4 der Zirkumferenz

LA Grad D: Konfluierende Erosionen mit einer Ausdehnung von mehr als 3/4 der Zirkumferenz (zirkuläre Defekte)

Schematische Darstellung

Grad AGrad BGrad CGrad D
Los Angeles Klassifikation-csm_image9Los Angeles Klassifikation-csm_image7Los Angeles Klassifikation-csm_image8Los Angeles Klassifikation-csm_image6

Literaturverzeichnis

  1. Fass R, Ofman JJ. Gastroesophageal reflux disease–should we adopt a new conceptual framework? Am J Gastroenterol 2002; 97(8): 1901-9.
  2. Koop H, Fuchs KH, Labenz J, Lynen Jansen P, Messmann H, Miehlke S, Schepp W, Wenzl TG, und die Mitarbeiter der Leitliniengruppe . S2k-Leitlinie: Gastroösophageale Refluxkrankkheit unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. Z Gastroenterol 2014; 52(11):1299-1346.
  3. Armstrong D. Endoscopic evaluation of gastro-esophageal reflux disease. Yale J Biol Med 1999; 72(2-3): 93-100.

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