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Prag Klassifikation Barrett-Ösophagus

Die Prag-Klassifikation wurde 2006 von einer internationalen Arbeitsgruppe vorgestellt (1) und gilt seither als der Standard in der Längenmessung des Barrett-Ösophagus. Die untere Meßgrenze stellen die proximalen Cardiafalten dar (optimalerweise bei mittlerer Insufflation), die beiden oberen Meßgrenzen markieren die proximale Grenze des zirumferentiellen Barrett-Anteils (C) und die längste Barrett-Zunge (M). Ein häufiger Fehler ist es, mit M nur die Länge der Zunge oberhalb des zirkumferentiellen Anteils anzugeben, was zunächst im endoskopischen Befund logisch erscheint; gemessen wird mit M aber nicht die Länge der Zunge, sondern der längste Barrett-Anteil (M=maximal) inklusive der längsten Zunge. M muss also mindestens so lang sein wie C (M?C).

Im der nachfolgenden Abbildung betragen der zirkumferentielle Anteil (C) 3 cm und die Zunge zusätzlich 2 cm, also ist M 5 cm (3 cm zirkumferentiell + 2 cm Zunge = 5 cm maximale Barrett-Ausdehnung=M), die Barrett-Länge ist also C3M5. Ein kurzer, lediglich zungenförmiger Barrett mit einer Zunge von 1 cm wird als C0M1 angegeben. Ein zirkulärer Barrett von 2 cm Länge ohne Zungen, d. h. mit relativ gerader proximaler Grenze wird als C2M2 angegeben.

Prag-Klassifikationen des Barrett-Oesophagus-Bild-A

Bildbeispiele

Kurzer Barrett mit einem 1 cm langen zirkulären Anteil (C) und einer zusätzlichen 1 cm langen Zunge; in der Prag Klassifikation deswegen C1M2.


Langer Barrett mit einem 7 cm langen zirkulären Anteil (C), gemessen von der distal gerade noch sichtbarem proximalen Cardiafalte (der Oberrand ist auf diesem Bild nicht mehr enthalten) und einer zusätzlichen kurzen (1 cm) Zunge; in der Prag Klassifikation deswegen C7M8.


In seltenen Fällen ist der Übergang von Magen- zu Barrett-Schleimhaut durch das unterschiedliche Gefäßmuster so deutlich zu sehen wie hier (in diesem Fall mit Narrow Band Imaging).


Kurzer Barrett, vorwiegend zungenförmig (Pfeile), aber in verschiedenen Insufflations- und Atemphasen. Im linken Bild sind zwei Zungen zu sehen und der zirkuläre Anteil ist unterbrochen (*), rechts rutscht die ösophagogastrale Übergang etwas nach proximal, doch ist zumindest eine Cardiafalte zu erkennen, die an die Z-Linie heranreicht (**). Deswegen würde man diesem Barrett keine zirkulären, aber nur einen 1 cm langen zungenförmigen Anteil zuschreiben, also C0M1. Dies ist aber naturgemäß einem gewissen Interpretationsspielraum unterworfen.


Ähnlicher Fall eines kurzen Barrett, vorwiegend zungenförmig (links oben) in einer Ansicht bei geschlossenem Lumen, bei Lumenöffnung bleibt die Situation zunächst unklar (rechts oben), nach Spülung und Säuberung erscheint bei voller Insufflation (links unten) der zirkuläre Anteil unklar, aber auf jeden Fall kurz, bei mittlerer Insufflation (rechts unten) gehen die Cardiafalten dann bis zur Z-Linie an manchen Stellen (*), also würde man hier C0 geben. Die Länge der maximalen Barrett-Zunge ist etwa 2 cm, insgesamt handelt es sich also um einen C0M-Barrett. Dies ist aber ebenfalls naturgemäß einem gewissen Interpretationsspielraum unterworfen.


Literaturverzeichnis

  1. Sharma P, Dent J, Armstrong D, Bergman JJ, Gossner L, Hoshihara Y, Jankowski JA, Junghard O, Lundell L, Tytgat GN, Vieth M. The development and validation of an endoscopic grading system for Barrett’s esophagus: thePrague C & M criteria. Gastroenterology. 2006;131:1392-9. Epub 2006 Aug 16.
  2. Chang CY, Lee YC, Lee CT, Tu CH, Hwang JC, Chiang H, Tai CM, Chiang TH, Wu MS, Lin JT. The application of Prague C and M criteria in the diagnosis of Barrett’s esophagus in an ethnic Chinese population. Am J Gastroenterol. 2009;104:13-20.
  3. Vahabzadeh B, Seetharam AB, Cook MB, Wani S, Rastogi A, Bansal A, Early DS, Sharma P. Validation of the Prague C & M criteria for the endoscopic grading of Barrett’s esophagus by gastroenterology trainees: a multicenter study. Gastrointest Endosc. 2012;75:236-41.
  4. Alvarez Herrero L, Curvers WL, van Vilsteren FG, Wolfsen H, Ragunath K, Wong Kee Song LM, Mallant-Hent RC, van Oijen A, Scholten P, Schoon EJ, Schenk EB, Weusten BL, Bergman JG. Validation of the Prague C&M classification of Barrett’s esophagus in clinical practice. Endoscopy. 2013;45:876-82. Epub 2013 Oct 28.

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