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B. Walter, Ulm | A. Meining, Ulm

Sequenzen:

Sequenz 1 – Einleitung

Zur endoskopischen Therapie von gutartigen Stenosen im oberen Gastrointestinaltrakt stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Klassischerweise wird eine Engstelle im Ösophagus nach Vorlegen eines Drahtes mittels Savary-Bougies bougiert. Problematisch zeigt sich hier die fehlende direkte optische Kontrolle des Bougierungsvorganges. Eine neue Methode mit direkter optischer Kontrolle stellt der Einsatz von sogenannten Bougie-Kappen dar, die im Folgenden näher erläutert wird.

Sequenz 2 – Vorstellung der Bougiekappe

Bei der Bougiekappe handelt es sich um die Möglichkeit, das Endoskop unter Verwendung einer aufsetzbaren konisch geformten Kappe zur Durchführung einer sequentiellen Bougierung zu verwenden. Für ein Standardgastroskop mit einem Durchmesser von 10mm zum Beispiel stehen drei Größen zur Verfügung: Die 12mm, die 14mm und die 16mm Bougiekappe. Bei der Bougiekappe handelt es sich um ein Einmalprodukt. Die Kappe mit mittels mitgeliefertem speziellem Klebeband am Endoskop fixiert. Durch zwei lateral angebrachte Öffnungen kann gesaugt und gespült werden. Durch die frontal angebrachte Öffnung kann bei Bedarf auch ein Draht vorgeschoben werden. Die Bougierung erfolgt durch einen Vorschub des Endoskops durch die Stenose. Bei Kontakt mit Gewebe ermöglicht die Bougiekappe eine gute Sicht auf das umliegende Gewebe. Damit sind die durch den Bougierungsvorgang auftretenden Schleimhauteinrisse direkt sichtbar.

Sequenz 3 – Fallbeispiel peptische Ösophagusstenose

Im ersten Fall stellt sich ein 61-jähriger Patient mit einer ausgeprägten peptischen Stenose des Ösophagus vor. Der Patient beklagt zunehmende dysphagische Beschwerden für feste Speisen trotz konsequenter Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren hoher Dosierung.
Endoskopisch zeigt sich eine hochgradige, mit einem Standardendoskop nicht passierbare Stenose im unteren Ösophagusbereich.
Die Stenose wird nun sequentiell, beginnend mit der 12mm Bougiekappe unter einer leicht drehenden Bewegung bougiert.
Es folgt nun der Einsatz der 14mm Bougiekappe. Gut sichtbar sind durch die Bougierung entstehenden Schleimhauteinrisse. Im Vergleich erkennt man deutlich den Effekt der Therapie; links im Bild vor und rechts im Bild nach Therapie.
In der abschließenden endoskopischen Kontrolle zeigt sich die deutliche Lumenerweiterung im Bereich der vormaligen Engstelle. Eine Passage mit dem Standardgastroskop ist nun wieder problemlos möglich. Der Patient berichtete nach dem Eingriff über eine deutliche Besserung der dysphagischen Beschwerden.

Sequenz 4 – Fallbeispiel Pylorusstenose

Im 2. Fall stellt sich eine 33jährige Patientin mit einer durch langjährigen NSAR-Missbrauch induzierten Pylorus-Stenose vor. Klinisch imponiert das Bild von abdominellen Beschwerden bei einer Magenausgangsstenose. Endoskopisch zeigt sich ein hochgradig narbig verengter Pylorus, der mit dem Standardgastroskop nicht passierbar ist.
Statt einem Dilatationsballon wurde in diesem Fall ebenfalls eine Therapie mit Bougiekappen durchgeführt. Dieser Fall zeigt, dass auch bei komplexen Positionen der Einsatz von Bougiekappen möglich ist.
Im vorliegenden Fall wird die Stenose unter Verwendung einer 12mm Kappe mit einem Standardgastroskop bougiert.
Nach Entfernung der Kappe ist die Passage mit dem Standardgerät wieder problemlos möglich.

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