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Polypenklassifikation: WASP (inkl. SSA)

Gastroenterologische Schwerpunktspraxis Dornstadt

Vor allem technische Verbesserungen bei Bildauflösung und Kontrast haben zu einer stetig zunehmenden Untersuchungsqualität der Koloskopie geführt. Dadurch werden besonders im rechtsseitigen Kolon immer mehr meist flache Polypen entdeckt. Die exakte Klassifikation dieser Läsionen in hyperplastische Polypen oder sessile serratierte Adenome (SSA) ist für die endoskopische Resektion ebenso wie für die Festlegung des Kontrollintervalls von großer Bedeutung.

Allerdings bereiten die makroskopische wie auch die mikroskopische Diagnostik derartiger Läsionen nach wie vor Schwierigkeiten. Für die endoskopische Einschätzung standen bislang die Kudo- und die NICE-Klassifikation zur Verfügung. Auf dem Boden dieser Befunde und der zunehmenden Verbreitung von Narrow Band Imaging (NBI) ist aktuell von einer Niederländischen Arbeitsgruppe (Workgroup serrAted polypS and Polyposis: WASP) ein gleichnamiger Vorschlag zur Differenzierung zwischen hyperplastischen und adenomatösen/ serratierten kolorektalen Polypen erarbeitet worden. Sie baut auf der NICE-Klassifikation auf, die zwischen hyperplastischen und adenomatösen Polypen unterscheidet, aber keine Kategorie für serratierte Läsionen enthält.

Dies holt nun die WASP-Klassifikation nach, doch hat sie auch ihre Grenzen: Mit Hilfe dieser Klassifikation gelingt zwar eine bessere Zuordnung schwer differenzierbarer Befunde, allerdings bleiben aufgrund der morphologischen Vielfalt entsprechender Polypen auch bei Verwendung der WASP-Klassifikation einzelne Befunde zweideutig. Nachfolgende Bildgalerie soll die neu evaluierten Charakteristika der WASP-Klassifikation darlegen, zeigt aber auch die Probleme, welche immer noch in der Abgrenzung zu hyperplastischen Polypen bestehen.

So erscheint möglicherweise das Kriterium „dunkle Pünktchen in den Krypten“ verlässlicher als das Kriterium „unregelmäßige Begrenzung“. Auch fehlt in der Klassifikation das ansonsten in der Praxis gängige Kriterium der Detektion einer „Mucus-Kappe“. Dennoch ist nun ein erster Schritt gemacht, der uns in der tagtäglichen Diagnostik auf wichtige endoskopische Polypencharakteristika hinweist. Letztendlich muss jedoch bis auf weiteres wohl weiter die Schlingenabtragung bei unklaren Läsionen v. a. im rechtsseitigen Colon erfolgen, der Stellenwert der reinen bildgebenden Differentialdiagnostik bleibt derzeit noch offen.

Abbildung 1

Sessile serratierte Adenome und die neue WASP-Klassifikation

WASP-Klassifikation (aus IJspeert JE et al., GUT 2015)

Abbildung 2

Abb_2

NICE 1-Polyp. Oberfläche wolkig, Begrenzung scharf, Form unregelmäßig, vereinzelt Krypten mit dunklen Punkten. Somit 3 positive WASP-Kriterien. Die Histologie bestätigte den Nachweis eines sessilen serratierten Adenoms.

Abbildung 3

Abb_3

NICE 1-Polyp. Oberfläche wolkig, Begrenzung scharf, Form regelmäßig, Krypten mit dunklen Punkten. Somit 2 positive WASP-Kriterien. Die Histologie bestätigte den Nachweis eines sessilen serratierten Adenoms.

Abbildung 4

Abb_4

NICE 1-Polyp. Oberfläche glatt, Begrenzung unscharf, Form unregelmäßig, Krypten mit dunklen Punkten. Somit 3 positive WASP-Kriterien. Die Histologie bestätigte den Nachweis eines sessilen serratierten Adenoms.

Abbildung 5

Abb_5

NICE 1- Polyp. Oberfläche glatt, Begrenzung scharf, Form regelmäßig, Krypten ohne dunkle Punkte. Somit 0 positive Kriterien. Die Histologie bestätigte den Nachweis eines hyperplastischen Polypen (10 mm Größe).

Abbildung 6

Abb_6

NICE 1- Polyp. Oberfläche wolkig, Begrenzung scharf, Form unregelmäßig, keine Krypten mit dunklen Punkten. Somit 2 positive Kriterien. Histologie ergab das Bild eines hyperplastischen Polypen trotz erfüllter WASP-Kriterien.

Abbildung 7

Abb_7

NICE 1- Polyp. Oberfläche wolkig, Begrenzung unscharf, Form regelmäßig, keine Krypten mit dunklen Punkten. Formal wurden also auch hier die WASP-Kriterien (2 positive Kriterien) erfüllt. In der Histologie wurde jedoch nur eine Hyperplasie beschrieben.

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