Variationen der Gallenblasenmorphologie

Sonja Epp, Ulm

Klassischerweise imponiert die Gallenblase birnenförmig, d.h. sie verschmälert sich zum trichterförmig geknickten Infundibulum, über das sie in den Gallenblasenhals und den Ductus cysticus mündet. Formvarianten wie langgestreckte oder kugelige Gallenblasen sind klinisch meist nicht relevant und zu unterscheiden von Fehlbildungen wie Doppelbildungen, Divertikel, Aplasien bzw. Hypoplasien oder Septierungen, die meist bereits in der Embryonalperiode entstanden sind (vgl. Abb. 1).

Abb. 1

Abb A: zweilappige Gallenblase. Die Gallenblasenduplikation ist eine seltene angeborene Fehlbildung, die bei etwa einer von 4000 Geburten auftritt.3
Abb B: Sanduhr-Gallenblase. Diese Form kann entweder kongenital oder aufgrund anderer Ursachen, wie beispielsweise einer Adenomyomatose der Gallenblase oder einer chronischen Cholecystitis, auftreten.
Abb C: kongenitales Divertikel des Infundibulums. Kongenitale Gallenblasendivertikel sind mit einer Inzidenz von etwa 0,06 % sehr selten.2
Abb D: septierte Gallenblase. Einzelne Gallenblasensepten werden nach Boyden bei etwa 15 % der Patienten gefunden, wobei Multiseptierungen selten sind. Die häufigste Unterform ist die phrygische Mütze (E).1

Literatur

  1. Boyden EA. The phrygian cap in cholecystography: a congenital anomaly of the gallbladder. Am J Radiol. 1935;33:589.
  2. Kramer AJ, Bregman A, Zeddies CA, Guynn VL. Gallbladder diverticulum: a case report and review of the literature. Am Surg. 1998;64(4):298-301.
  3. Pillay Y. Gallbladder duplication. Int J Surg Case Rep. 2015;11:18–20.

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